„Organize! Demonstration“ , 10.02.17 Weimar Hauptbahnhof

Die nationale Trauersaison 2017 steht unmittelbar bevor. Der erste Termin wurde zwar durch die Brigade Magdeburg abgeagt. Allerdings scheint die Naziszene den Aufmarsch in Dresden wiederbeleben zu wollen. Und auch in Weimar wird zu einem sogenannten Trauermarsch mobilisiert.

In Weimar wird es verschiedene Aktionen gegen diesen Kartoffelauflauf geben. Ein breites Bürgerbündnis wird auf den Beinen sein und unsere Freund*innen von der Antifa Koordination Weimar rufen zu einer Demonstration auf.

Vorsicht Spoileralarm: Im Folgenden wird der letzte Absatz des lesenswerten Aufrufs aus Weimar dokumentiert. Guckt auf den oben verlinkten Blog, da gibt es dann den vorhergehenden Part.

Organize!
Mittlerweile kritisieren wir die gleichen Erscheinungsformen seit drei Jahren, mal mehr, mal weniger ausdifferenziert vorgetragen. In diesem Jahr wollen wir unserer Kritik eine Plattformen geben, mit der wir mehr Menschen erreichen wollen. Wir wollen brechen mit dem Kult vom „bunten Weimar“, wollen Probleme am „nur gegen Nazis“ sein benennen und unseren eigenen Standpunkt offensiv darlegen. Wir wollen aufzeigen, dass Nazis nicht im luftleeren Raum existieren, sondern ein Phänomen des Kapitalismus sind, was nicht einfach aus dem Wahrnehmungsbereich verdrängt werden kann, wenn Fischer gerade einmal keine Demonstration angemeldet hat. Wir möchten unsere Perspektiven der Lebensrealität in Weimar mit anderen Menschen teilen, unsere Kritik an ihren formulieren und mit ihnen unsere Praxis von Antifa-Arbeit ausweiten.

Die Möglichkeiten linksradikaler Theorie, Organisation und Praxis sind vielfältig. Selbstbildungsprozesse durch gemeinsames Erschließen von verschiedenen Themengebieten können dabei genutzt werden, um gesellschaftskritisches Argumentieren zu fokussieren. Gruppenbildung zur Etablierung von Strukturen und dem organisierten Schutz vor Repression sowie Aktionen effektiver zu planen. Kommunikationssicherheit, um dem Staat möglichst wenig Angriffsfläche auf die Persönlichkeit zu geben. Vernetzung, um über gelungene und nicht gelungene soziale und politische Konzepte in Austausch zu treten und regionale Erfahrungen auszutauschen. Veranstaltungsbeteiligung- und koordination, um politische Themen öffentlichkeitswirksam werden zu lassen und über die Grenzen der Szenepolitik hinaus Diskurse zu schaffen. Antirepressionsarbeit, die nicht zuletzt rechtlicher, sondern sozialer Natur sein kann. Aktive Recherchearbeit zu lokalen Nazistrukturen, um deren Zusammensetzung, Potential und Handlungsrahmen zu kennen. Darüber hinaus als Ausgangspunkt zur effektiven Bekämpfung dieser Zusammenhänge. Auch müssen Leerstellen der Provinzarbeit erschlossen und besetzt werden. Hier ist zuallererst eine fehlende feministische Theorie und Praxis zu nennen. Die Möglichkeiten sind groß, es liegt an uns sie zu nutzen. Kommt deswegen zur Organize! – Demonstration am 10.02.17 in Weimar.
Für die befreite Gesellschaft, für mehr Leben in der Provinz!

Weimar Hauptbahnhof, 10.02.2017, 17:30 Uhr.
Antifa Koordination Weimar, Januar 2017.

In Remembrance of Oury Jalloh

Gemeinsame Bus-/Zuganreise aus folgenden Städten: Berlin, Potsdam, Hamburg, Frankfurt/ Main, Kassel, Marburg, Hannover, Greifswald, Leipzig, Dresden, Erfurt, Köln, Halle, Jena, Magdeburg und Göttingen. Infos hier: http://keineinzelfall.net/anreise/

In Erfurt gibt es einen gemeinsamen Zugtreffpunkt: 11:15 Uhr – Bahnhofsvorplatz

Im Folgenden gibt es auszugsweise eine Leseprobe aus dem Aufruf. Alles weitere findet ihr auf der Kampagnenseite (Kontakt zur Initiative, Spendenkonto, Veranstaltungen, usw.)

„Diejenigen, denen die Brutalität des südafrikanischen Apartheidregimes bewusst ist, können sich diese Situation nur allzu gut vorstellen: Ein schwarzer Mensch ist auf eine Pritsche mit feuerfester Matratze an Händen und Füßen gefesselt. Stunden später ist dieser Mensch tot. Sein Leichnam völlig verbrannt, die Finger kalziniert. Die offizielle These: Selbstmord.

Am 7. Januar 2005 ist Oury Jalloh genau unter diesen Umständen in Dessau gestorben.

Am selben Tag wurde das Leben eines zweiten Afrikaners von der Polizei ausgelöscht: Laye Konde, der zehn Tage zuvor aufgrund eines gewalttätigen Brechmitteleinsatzes in Koma gefallen war, verlor sein Leben ebenfalls am 7. Januar 2005. Keiner der hierfür verantwortlichen Polizisten ist verurteilt worden.

Es ist die Unmenschlichkeit, ein krankhaftes und gefährliches System, das den Privilegierten gibt, um andere in einer Position der Unterwerfung, Ausbeutung und Angst zu halten, zu akzeptieren, ja sogar zu fördern. Es ist der vollkommen fehlende Respekt für das Menschenleben und Menschenwürde – und es ist systematisch Mord.“
(Textauschnitt aus der Oury-Jalloh-Bewegung 2007)

Wir haben verstanden, dass wir nicht nur die Aufklärung des Mordes an Oury Jalloh selbst in die Hand nehmen müssen – weil dies kein Staatsanwalt oder Richter tun wird.
Wir haben gezeigt, dass ein langer Atem und eine breite Solidarität so viel Druck erzeugen, dass Oury Jalloh und die vielen anderen Opfer nicht vergessen werden.
Unser Kampf für Aufklärung und Gerechtigkeit steht symbolisch für alle rassistischen Morde von Dessau bis Ferguson und beinhaltet nicht nur den Protest in den Gerichtssälen oder auf der Straße. Er ist existentieller Bestandteil unser aller Leben, solange solche Verbrechen ungestraft begangen werden dürfen.

SEID TEIL DER LÖSUNG, STATT SCHWEIGENDER TEIL DES PROBLEMS:
Malt Banner und Transparente
Organisiert dezentrale gemeinsame Anreisen
(Kommunikation über Eure lokalen Ortsgruppen der Roten Hilfe und unsere Ini)

TOUCH ONE – TOUCH ALL!

WIR SEHEN UNS AM 7. JANUAR 2017 IN DESSAU…

#DessauerVerhältnisse beenden – ÜBERALL!

Volkstrauertag abschaffen!

plakatAm kommenden Sonntag ist es wieder mal soweit. Der Volkstrauertag steht vor der Tür. Und für alle die kein Bock haben um die gefallenen Vernichtungstruppen Deutschlands zu trauern gibt es bei der Volkstrauertag abschaffen! Kampagne jede Menge Veranstaltungstipps und Lesestoff.

Kommt am Samstag 18:00 Uhr nach Erfurt zur Nachttanzdemo und am Sonntag 16:00 Uhr zur Kundgebung nach Friedrichroda.

Gedenken an die Reichspogromnacht

Lichterlauf „Lichter gegen das Vergessen“
Das Aktionsbündnis gegen rechte Gewalt. Gotha ist bunt lädt am kommenden Mittwoch, 9. November, wie jedes Jahr, anlässlich des 78. Jahrestags der Reichspogromnacht zum Lichterlauf „Lichter gegen das Vergessen“ ein. Er beginnt um 17.00 Uhr in Gotha am Jüdischen Friedhof in der Eisenacher Straße und endet am Gedenkstein für die ehemalige Gothaer Synagoge in der Moßlerstraße.
9-november
Wir gedenken den Opfern der Reichsprogromnacht vom 09. November 1938. Kein Vergessen! Kein Vergeben!

Der Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus bleibt notwendig. Immer. Überall.