Naziangriff auf Ju.w.e.L. e.V.

In der Nacht von Samstag den 04.03. auf Sonntag den 05. wurde das Wohn- und Kulturprojekt Ju.w.e.L. e.V. in der Gothaer Hersdorfstraße erneut Ziel eines Naziangriffs. Gegen 2:45 Uhr wurde ein Fenster mit einem Stein eingeworfen. Der entstandene Schaden beschränkt sich auf die Scheibe, es wurde niemand verletzt.

Die rechte Szene scheint aus ihrem Winterschlaf erwacht zu sein. Nachdem sich Kameradschaftsführer Zint aus der Schussbahn gebracht und im verträumten Henningsleben Zuflucht gefunden hat, scheint die lokale Naziszene wieder vermehrt aktiv zu werden. Neben Angriffen auf Geflüchtete oder das Juwel, werden im Westviertel vermehrt Nazisticker geklebt. Unterstützung bekommen die Gothaer Kameraden von der Eisenacher Graffiti-Crew „NS 51“, die ihre rechte Propaganda vor allem im Gothaer Osten an die Wände malt.

Gegen die Sticker und Graffitis kann jede und jeder etwas tun, notfalls auch ganz alleine. Um „dunkeldeutsche Zustände“ auf Dauer zu verhindern ist leider etwas mehr notwendig. Werdet aktiv, bildet Banden und überlasst den Nazis nicht eure Stadt!

Saalfeld: ThüGIDA auf der Straße, AfD im Landtag – Thüringer Anti-Antifa

Ähnlich der Kampagne der Gothaer Nazis „gegen linke Gewalt“, versucht ThüGIDA dieses Prinzip nun in Saalfeld anzuwenden. Die Nazis versuchen den Spagat zwischen bemitleidenswertem Opfer (von linker Gewalt, Medienhetze, usw.) einerseits und heroischem Kämpfer andererseits. Das mag zwar amüsant und skuril wirken, verdient aber trotz allem ein gehöriges Maß an antifaschistischem Widerstand.

Unterstützt die Soligruppe United we stand und fahrt am 18. Februar nach Saalfeld!

Im Zuge der Proteste gegen einen ThüGIDA-Aufmarsch am 9. Januar 2017 versuchen Thüringer Neonazis auf verschiedenen Ebenen gegen ihren politischen Gegner mobil zu machen. Die Nazis von ThüGIDA bekommen dabei, mal wieder, Schützenhilfe von der Thüringer AfD.

Unter dem Motto „Make racists afraid again!“ mobilisierte u.a. das Antifa Jugendbündnis Saalfeld (AJUBS) gegen den rassistischen Aufmarsch in der Saalfelder Innenstadt. Das Plakat zierte das Warnschild für Feuer. Die Linke-Abgeordnete Sabine Berninger teilte auf Facebook das Plakat und bezog sich positiv auf den geplanten Gegenprotest. Für die Thüringer AfD-Fraktion, allen voran Stefan Möller, war das Grund genug hinter den vermeintlichen Übergriffen durch „linksextremistische Gewalttäter“ Sabine Berninger als Strippenzieherin anzusehen. Ihr Post diene zur „Anstiftung von Körperverletzung und Landfriedensbruch“, wie es von der AfD heißt. Der Geschäftsführer der Thüringer AfD-Fraktion setzt sogar noch einen drauf und will als Folge des Postings von Berninger „schlimme Hass- und Gewaltverbrechen“ sehen.
Während die Polizei an dem Abend Antifaschisten festsetzte und gegen einen von ihnen Ermittlungsverfahren einleitete und in Gewahrsam steckte, beginnt die Thüringer AfD gegen Menschen vorzugehen, die Proteste gegen Naziaufmärsche unterstützen. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft Gera gegen Berninger.
Inzwischen hat ThüGIDA auch einen weiteren Aufmarsch in Saalfeld angekündigt. Für den 18. Februar ruft daher das AJUBS erneut zu Gegenprotesten auf. Dass die Nazis dieses Mal einen klaren Gegner vor Augen haben, zeigt alleine das Motto „Auge um Auge. Dem antideutschen Terror eine Adresse geben“. Wobei das erste Layout zur Demonstration das Logo des Parteibüros ‚Haskala‘, der Landtagsabgeordneten Katharina König (Die Linke) zeigte. Mittlerweile wurde dieses Layout, man hatte wohl doch Angst vor rechtlichen Komplikationen, wieder entfernt.
Während die ThüGIDA auf der Straße gegen Antifaschisten vorgeht, übernimmt die AfD diese Rolle im Parlament und auf dem rechtlichen Weg. Stellen wir uns der Anti-Antifa entgegen, egal ob Köckert, Möller, Höcke oder wie sie heißen. Am 18. Februar heißt es dann: „MAKE RACISTS AFRAID AGAIN…AND AGAIN…AND AGAIN!

Für den von Repression betroffenen Antifaschisten vom 9. Januar sammeln wir weiterhin Spenden.

Soligruppe
United we stand – Solidarität gegen Naziaufmärsche und Repression in Saalfeld, Januar 2017

„Organize! Demonstration“ , 10.02.17 Weimar Hauptbahnhof

Die nationale Trauersaison 2017 steht unmittelbar bevor. Der erste Termin wurde zwar durch die Brigade Magdeburg abgeagt. Allerdings scheint die Naziszene den Aufmarsch in Dresden wiederbeleben zu wollen. Und auch in Weimar wird zu einem sogenannten Trauermarsch mobilisiert.

In Weimar wird es verschiedene Aktionen gegen diesen Kartoffelauflauf geben. Ein breites Bürgerbündnis wird auf den Beinen sein und unsere Freund*innen von der Antifa Koordination Weimar rufen zu einer Demonstration auf.

Vorsicht Spoileralarm: Im Folgenden wird der letzte Absatz des lesenswerten Aufrufs aus Weimar dokumentiert. Guckt auf den oben verlinkten Blog, da gibt es dann den vorhergehenden Part.

Organize!
Mittlerweile kritisieren wir die gleichen Erscheinungsformen seit drei Jahren, mal mehr, mal weniger ausdifferenziert vorgetragen. In diesem Jahr wollen wir unserer Kritik eine Plattformen geben, mit der wir mehr Menschen erreichen wollen. Wir wollen brechen mit dem Kult vom „bunten Weimar“, wollen Probleme am „nur gegen Nazis“ sein benennen und unseren eigenen Standpunkt offensiv darlegen. Wir wollen aufzeigen, dass Nazis nicht im luftleeren Raum existieren, sondern ein Phänomen des Kapitalismus sind, was nicht einfach aus dem Wahrnehmungsbereich verdrängt werden kann, wenn Fischer gerade einmal keine Demonstration angemeldet hat. Wir möchten unsere Perspektiven der Lebensrealität in Weimar mit anderen Menschen teilen, unsere Kritik an ihren formulieren und mit ihnen unsere Praxis von Antifa-Arbeit ausweiten.

Die Möglichkeiten linksradikaler Theorie, Organisation und Praxis sind vielfältig. Selbstbildungsprozesse durch gemeinsames Erschließen von verschiedenen Themengebieten können dabei genutzt werden, um gesellschaftskritisches Argumentieren zu fokussieren. Gruppenbildung zur Etablierung von Strukturen und dem organisierten Schutz vor Repression sowie Aktionen effektiver zu planen. Kommunikationssicherheit, um dem Staat möglichst wenig Angriffsfläche auf die Persönlichkeit zu geben. Vernetzung, um über gelungene und nicht gelungene soziale und politische Konzepte in Austausch zu treten und regionale Erfahrungen auszutauschen. Veranstaltungsbeteiligung- und koordination, um politische Themen öffentlichkeitswirksam werden zu lassen und über die Grenzen der Szenepolitik hinaus Diskurse zu schaffen. Antirepressionsarbeit, die nicht zuletzt rechtlicher, sondern sozialer Natur sein kann. Aktive Recherchearbeit zu lokalen Nazistrukturen, um deren Zusammensetzung, Potential und Handlungsrahmen zu kennen. Darüber hinaus als Ausgangspunkt zur effektiven Bekämpfung dieser Zusammenhänge. Auch müssen Leerstellen der Provinzarbeit erschlossen und besetzt werden. Hier ist zuallererst eine fehlende feministische Theorie und Praxis zu nennen. Die Möglichkeiten sind groß, es liegt an uns sie zu nutzen. Kommt deswegen zur Organize! – Demonstration am 10.02.17 in Weimar.
Für die befreite Gesellschaft, für mehr Leben in der Provinz!

Weimar Hauptbahnhof, 10.02.2017, 17:30 Uhr.
Antifa Koordination Weimar, Januar 2017.

In Remembrance of Oury Jalloh

Gemeinsame Bus-/Zuganreise aus folgenden Städten: Berlin, Potsdam, Hamburg, Frankfurt/ Main, Kassel, Marburg, Hannover, Greifswald, Leipzig, Dresden, Erfurt, Köln, Halle, Jena, Magdeburg und Göttingen. Infos hier: http://keineinzelfall.net/anreise/

In Erfurt gibt es einen gemeinsamen Zugtreffpunkt: 11:15 Uhr – Bahnhofsvorplatz

Im Folgenden gibt es auszugsweise eine Leseprobe aus dem Aufruf. Alles weitere findet ihr auf der Kampagnenseite (Kontakt zur Initiative, Spendenkonto, Veranstaltungen, usw.)

„Diejenigen, denen die Brutalität des südafrikanischen Apartheidregimes bewusst ist, können sich diese Situation nur allzu gut vorstellen: Ein schwarzer Mensch ist auf eine Pritsche mit feuerfester Matratze an Händen und Füßen gefesselt. Stunden später ist dieser Mensch tot. Sein Leichnam völlig verbrannt, die Finger kalziniert. Die offizielle These: Selbstmord.

Am 7. Januar 2005 ist Oury Jalloh genau unter diesen Umständen in Dessau gestorben.

Am selben Tag wurde das Leben eines zweiten Afrikaners von der Polizei ausgelöscht: Laye Konde, der zehn Tage zuvor aufgrund eines gewalttätigen Brechmitteleinsatzes in Koma gefallen war, verlor sein Leben ebenfalls am 7. Januar 2005. Keiner der hierfür verantwortlichen Polizisten ist verurteilt worden.

Es ist die Unmenschlichkeit, ein krankhaftes und gefährliches System, das den Privilegierten gibt, um andere in einer Position der Unterwerfung, Ausbeutung und Angst zu halten, zu akzeptieren, ja sogar zu fördern. Es ist der vollkommen fehlende Respekt für das Menschenleben und Menschenwürde – und es ist systematisch Mord.“
(Textauschnitt aus der Oury-Jalloh-Bewegung 2007)

Wir haben verstanden, dass wir nicht nur die Aufklärung des Mordes an Oury Jalloh selbst in die Hand nehmen müssen – weil dies kein Staatsanwalt oder Richter tun wird.
Wir haben gezeigt, dass ein langer Atem und eine breite Solidarität so viel Druck erzeugen, dass Oury Jalloh und die vielen anderen Opfer nicht vergessen werden.
Unser Kampf für Aufklärung und Gerechtigkeit steht symbolisch für alle rassistischen Morde von Dessau bis Ferguson und beinhaltet nicht nur den Protest in den Gerichtssälen oder auf der Straße. Er ist existentieller Bestandteil unser aller Leben, solange solche Verbrechen ungestraft begangen werden dürfen.

SEID TEIL DER LÖSUNG, STATT SCHWEIGENDER TEIL DES PROBLEMS:
Malt Banner und Transparente
Organisiert dezentrale gemeinsame Anreisen
(Kommunikation über Eure lokalen Ortsgruppen der Roten Hilfe und unsere Ini)

TOUCH ONE – TOUCH ALL!

WIR SEHEN UNS AM 7. JANUAR 2017 IN DESSAU…

#DessauerVerhältnisse beenden – ÜBERALL!